Wie funktioniert eine Regelinsolvenz ?

Ablauf:
Ehemaliger Selbständige, welche überschaubare Vermögensverhältnisse haben und gegen die keine Forderungen aus einem Arbeitsverhältnis bestehen (§ 304 Abs. 1 InsO; hierzu gehören Forderung des Finanzamtes, Lohnsteuer, des Arbeitsamtes/der Arbeitnehmer und der Sozialversicherungsträger, AOK, DAK etc.). Die Vermögensverhältnisse gelten als überschaubar, wenn zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages weniger als 20 Gläubiger vorhanden sind(§ 304 Abs. 2 InsO).
Sollten Sie diese Voraussetzungen erfüllt sein, so gilt das Verbraucherinsolvenzverfahren, im anderen Fall (auch wenn Sie noch weiterhin selbständig sind) das Regelinsolvenzverfahren. Fragen Sie am besten Ihre Schuldnerberatung die Schuldnerakuthilfe.

1. Antragstellung

Der Insolvenzantrag ist beim örtlich zuständigen Amtsgericht schriftlich einzureichen. Mit diesem Schreiben ist auch der Antrag auf Restschuldbefreiung einzureichen. Damit wir Sie im Rahmen des Insolvenzantrages unterstützen können, benötigen wir von Ihnen eine Liste, auf der alle Ihre Gläubiger angegeben sind. Hier benutzen sie am besten unseren Erfassungsbogen.

2. Gerichtliche Verfahren Das Gericht eröffnet das Insolvenzverfahren mit einem Beschluss, sofern festgestellt werden kann, dass die Kosten des Verfahrens gedeckt sind. Hier sollten Sie sich im Vorfeld von der Schuldnerberatungsstelle beraten lassen, um sicher zu sein, dass die Eröffnung wegen fehlernder Masse nicht abgelehnt wird.
Das Gericht bestellt mit dem Eröffnungsbeschluss einen Insolvenzverwalter bzw. Treuhänder. Der Verwalter hat zunächst die Insolvenzmasse festzustellen. Im Rahmen eines Prüfungstermins erhalten alle Gläubiger die Gelegenheit ihre Forderungen anzumelden. Diese werden sodann vom Verwalter geprüft und im Prüfungstermin als begründet oder unbegründet vermerkt.
Der Verwalter teilt dem Arbeitgeber des Schuldners mit, dass ab sofort das gesamte pfändbare Einkommen des Schuldners auf das Treuhandkonto zu zahlen ist. Wurden alle Forderungen der Gläubiger durch den Verwalter geklärt und konnte die gesamte Insolvenzmasse festgestellt werden, so erfolgt ein Schlusstermin. Im Rahmen dieses Termins hat der Verwalter einen Bericht abzugeben, in dem er die Vermögensverhältnisse des Schuldners darstellt und ein Verteilungsverzeichnis für die angesammelte Insolvenzmasse vorlegt.

3. Wohlverhaltensphase mit Restschuldbefreiung

Mit der Verfahrenseröffnung beginnt die Laufzeit für die Restschuldbefreiung von sechs Jahren. Während dieses Zeitraumes müssen Sie den pfändbaren Teil Ihres Einkommens an einen Treuhänder abgeben. Der Treuhänder sammelt das pfändbare Einkommen auf ein Treuhandkonto und schüttet es jährlich an die Gläubiger aus.
Am Ende der Wohlverhaltensphase erfolgt das Restschuldbefreiungsverfahren. Sofern der Schuldner alle Obliegenheiten erfüllt hat und kein Gläubiger einen begründeten Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung stellt, wird dem Schuldner die Restschuldbefreiung erteilt.

Sonderregelungen

Eine Sonderregelung besteht bei Abtretungsgläubigern. Diese sind in einem Insolvenzverfahren vorrangig zu berücksichtigen. Dies ist zum Beispiel der Fall wenn eine Lohnabtretungserklärung abgegeben wurde. Sofern ein Gläubiger Abtretungsgläubiger ist, erhält er nach den Bestimmungen der Insolvenzordnung in der Wohlverhaltensphase innerhalb der ersten zwei Jahre allein das pfändbare Einkommen.

Dies ist sehr wichtig zu prüfen und sollte uns vorgelegt werden, damit Ihnen keine Nachteile erwachsen.