Düsseldorfer Tabelle

Anspruch der Kinder auf Unterhalt, Titulierung<

Jedes Kind hat gegenüber seinen Eltern einen Anspruch auf Unterhalt. Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, kommt seiner Unterhaltspflicht in Form von Pflege und Erziehung des Kindes nach.
Dies nennt man Betreuungsunterhalt.
Der andere Elternteil erfüllt seine Unterhaltsverpflichtung durch monatliche Geldleistungen.
Dies nennt man Barunterhalt.
Die Kinder haben Anspruch auf Unterhalt bis zum Ende Ihrer Ausbildung bzw. Beginn Ihrer wirtschaftlichen Selbständigkeit.

Höhe des Kindesunterhaltes

Die Höhe des Unterhaltsanspruches hängt vom Alter des Kindes, dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen und der Anzahl der Unterhaltsberechtigten ab.
Die Berechnung erfolgt anhand der Düsseldorfer Tabelle.
Die Düsseldorfer Tabelle sieht für minderjährige Kinder drei Altersstufen vor:
bis 5 Jahre
6 bis 11 Jahre
12 bis 17 Jahre.
Eine neue Altersstufe beginnt jeweils zum Ersten des Monats, in dem das Kind das betreffende Lebensjahr vollendet.
Die Mindestunterhaltssätze errechnen sich aus einer steuerrechtlichen Größe, dem sogenannten sächlichen Existenzminimum eines Kindes -Kinderfreibetrag -. Dies ist in § 1626 a BGB geregelt.

Für die Einstufung in die verschiedenen Einkommensgruppen der Düsseldorfer Tabelle ist das durchschnittliche Nettoeinkommen des barunterhaltspflichtigen Elternteils maßgeblich.
Die Tabelle sind Richtsätze und kein Gesetz. Sie beziehen sich auf einen Unterhaltspflichtigen mit insgesamt drei unterhaltsberechtigten Angehörigen.
Ist nur für ein Kind Unterhalt zu leisten, erfolgt in der Regel eine Höherstufung um zwei Gruppen; bei zwei Kindern nur um eine Gruppe. Wenn für mehr als drei Personen Unterhalt zu zahlen ist, erfolgt unter Umständen eine Herabstufung in eine niedrigere Einkommensgruppe. Bei der Einstufung hilft der jeweilige Bedarfskontrollbetrag aus der Düsseldorfer Tabelle.

Kindergeldanrechnung
Seit 1.1.2008 kan der unterhaltspflichtige Elternteil eines minderjährigen Kindes die Hälfte des Kindergeldes vom errechneten Richtsatz aus der Düsseldorfer Tabelle abziehen. Dies ist in § 1612b BGB geregelt.

Entstehung

Woher kommt der Name

Die Düsseldorfer Tabelle ist aus einem Unterhaltsurteil einer Düsseldorfer Berufungszivilkammer aus dem Jahr 1962 entstanden. Ihre bundesweite Anwendung beruht auf dem Verfassungsgrundsatz der Gleichbehandlung.
Die Düsseldorfer Tabelle ist mit allen Oberlandesgerichten des Bundesgebiets abgestimmt.

Unterhaltstitel

Das unterhaltsberechtigte Kind bzw. dessen gesetzlicher Vertreter, kann die Titulierung des Unterhaltsanspruches in vollstreckbarer Form verlangen. Dies gilt auch dann, wenn der Pflichtige den Unterhalt regelmäßig, pünktlich und in vollem Umfang bezahlt.
Ein Unterhaltstitel ist z.B. eine Jugendamtsurkunde, eine notarielle Verpflichtungserklärung oder eine gerichtliche Festsetzung in Form eines Vergleichs, Urteils, Beschlusses oder einer einstweiligen Anordnung.

Aktuelle Düsseldorfer Tabellen

Düsseldorfer Tabelle 2007.
Düsseldorfer Tabelle 2008.

Düsseldorfer Tabelle 2015

Problemsituationen

Unterhaltsschulden, Rückstände beim Kindesunterhalt, was tun?
Was muß man bei Unterhaltschulden tun und was kann man tun? Hier hilft Ihnen die Schuldnerakuthilfe, wer den sonst? Diese Seite befasst sich mit Unterhaltsschulden,unterhalt schulden,und insolvenz.