Fragen rund um die Insolvenz und Überschuldung

Ihre Fragen

1.)Der Unterschied zwischen Privat- und Regelinsolvenz - sanierung - und welche ist für mich besser?

2.)Ist eine selbständige Tätigkeit während der Wohlverhaltensperiode möglich?
3.)Welche Gläubigerforderungen fallen nicht in die Restschuldenbefreiung?
4.)Können Ehepartner gemeinsam das Insolvenzverfahren beantragen?
5.)Warum sollte immer ein Rechtsanwalt die Insolvenz bearbeiten und einleiten?
6.)Welche Gerichtskosten fallen bei dem Insolvenzverfahren an und wann muss ich diese bezahlen?
7.) Wie erkennt man seriöse Beratungsstellen, und wo kann man sich hinwenden?
8.)Wann bekommt man keine Restschuldbefreiung, was muß man beachten ?
9.)Wann beginnt die Wohlverhaltensperiode genau, und was hat es mit der Ankündigung der Restschuldbefreiung auf sich ?
10.)Wann beginnt der Treuhänder zu arbeiten und was ist mit den Obliegenheiten des Schuldners ?
11.)Welche Handlungen können vom Insolvenzverwalter angefochten werden und wie sind die Fristen ?
12.) Welche Gläubigergruppen gibt es, und wie werden diese befriedigt ?
13.)Was ist Aus- bzw. Aussonderung ?
14.) Was passiert mit meinem Weihnachtsgeld und wieviel wird gepfändet?
15.) Was ist ein außergerichtlicher Einigungsversuch?
16.) Rabatt ab dem 5. und 6. Jahr?
17.) Was passiert mit dem PKW nach dem Antrag auf Insolvenz?
18.)Was geschieht mit den Unterhaltsschulden?
und warum kann ich mich sogar strafbar machen wenn ich keine Insolvenz anmelde?

Änderungen 2013 und 2014 im Bereich Verbraucherinsolvenz

Unsere Antworten

1.)Der Unterschied zwischen Regelinsolvenz und Verbraucherinsolvenz

Gem. § 304 Abs. 1 InsO auf einen Schuldner das Verbraucherinsolvenzverfahren anwendbar, wenn er keine selbständige wirtschaftliche Tätigkeit ausübt oder ausgeübt hat. Hat der Schuldner eine selbständige wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt, so ist dennoch das Verbraucherinsolvenzverfahren durchzuführen, wenn seine Vermögensverhältnisse überschaubar sind und gegen ihn keine Forderungen aus Arbeitsverhältnissen bestehen. Überschaubar sind die Vermögensverhältnisse nur, wenn der Schuldner zu dem Zeitpunkt, zu dem der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt wird, weniger als 20 Gläubiger hat. Somit muss bei ehemals selbständig tätigen Schuldnern von der Anwendbarkeit der Vorschriften des Regelinsolvenzverfahrens dann ausgegangen werden, wenn noch Forderungen aus Arbeitsverhältnissen einschließlich Ansprüchen von Sozialversicherungsträgern und Steuerforderungen bestehen oder die Zahl von 19 Gläubigern überschritten wird.

2.)Selbständige Tätigkeit während der Wohlverhaltensperiode

Übt der Schuldner während der Wohlverhaltensperiode eine selbständige berufliche Tätigkeit aus, so hat er die Insolvenzgläubiger gem. § 295 Abs. 2 InsO so zu stellen, als wenn er ein angemessenes Dienstverhältnis eingegangen wäre. Da eine Vorausabtretung pfändbarer Arbeitsbezüge in diesem Fall nicht möglich ist, bedarf es dieser Form der Zuweisung eines Teils der Einkünfte des Schuldners an die Gläubiger. Der Treuhänder dürfte in die laufenden Geschäfte kaum eingreifen, wenn ein entsprechender Betrag jeden Monat abgeführt wird. Um die Angemessenheit einer selbständigen Tätigkeit beurteilen zu können, hat der Schuldner eine detaillierte Konzeption seiner angestrebten Geschäftstätigkeit vorzulegen. Der mit einer selbständigen Tätigkeit im Regelfall verbundene höhere Überwachungsaufwand kann nur dadurch geleistet werden, daß die Gläubiger den Treuhänder gem. § 292 Abs. 2 InsO mit dieser Aufgabe betrauen. Stellt die Selbständigkeit im Einzelfall eine unangemessene Erwerbstätigkeit dar, ist die Restschuldbefreiung in Gefahr.

3.)Welche Schulden fallen nicht in die Restschuldenbefreiung?

Forderungen, die aus Bussgeldern, Straftaten, Ordnungswidrigkeiten resultieren fallen nicht in die Restschuldbefreiung.

4.)Können Ehepartner gemeinsam ein Insolvenzverfahren beantragen?

Nein, jede Person muss einzeln ein Insolvenzverfahren beantragen

5.)Mit Rechtsanwalt; Ihre entscheidenden Vorteile gegenüber staatlichen und sonstigen Stellen:

Insolvenzeröffnung maximal 5 Monate, gegenüber bis zu 20 Monaten der staatlichen Stellen. Dadurch Zeitgewinn und Schadenminimierung. Denn Zeit ist Geld. Sie haben schneller Ruhe vor Mahnschreiben, Anrufe, Pfändungen der Gläubiger und die Wohlverhaltensperiode beginnt früher. Dadurch erreichen Sie wieder mehr Lebensqualität.

Bearbeitung durch Rechtsanwälte, dadurch Rechtsberatung gewährleistet, im Gegensatz zu den meisten staatlichen Stellen. Sie sind auf der sicheren Seite. Oder wussten Sie, dass viele Menschen trotz Insolvenzverfahren am Ende keine Restschuldenbefreiung erhalten aufgrund von falschen Angaben, Fehlern oder schlechter Beratung? Warum sagt Ihnen das wohl niemand?
Deshalb: Immer mit anwaltlicher Begleitung durch die Schuldnerakuthilfe.Damit Sie Ihre Restschuldbefreiung nicht gefährden.

Wenn Sie weitere Fachbegriffe oder Wörter wie Zwangsversteigerung, Darlehenskündigung oder Zwangsvollstreckung erklärt haben möchten besuchen Sie bitte auch unser Glossar.

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6.)Welche Gerichtskosten fallen beim Insolvenzverfahren an und wann muss ich diese bezahlen:

Bei der Durchführung des Insolvenzverfahrens fallen auch Gerichtskosten an,welche u.a.im Gerichtskostengesetz geregelt sind
Die Gerichtskosten und die Kosten des Insolvenzverwalters in Höhe von ca. 2.000 Euro werden zunächst vom Staat vorgestreckt und müssen erst nach dem Insolvenzverfahren, in kleinen Raten abgestottert werden, wenn ein entsprechender Stundungsantrag gestellt wurde. Dieses erledigen wir, wie auch alle anderen Formularitäten, für Sie.
Sie müssen auch kein Geld für die Gerichtskosten oder den Insolvenzverwalter sparen.
Seit dem Jahr 2001 ist eine Abweisung des Insolvenzverfahrens wegen nicht vorhandenen Vermögens (=mangels Masse) bei Privatpersonen ausgeschlossen.
Zu den Verfahrenskosten des Insolvenzverfahrens gehören:
- die Gerichtskosten incl. der Veröffentlichungskosten
- die Kosten des Treuhänders bzw. Insolvenzverwalters
- die Kosten des Treuhänders in der Wohlverhaltensperiode.

7.)Wie erkennt man seriöse Beratungsstellen - Überschuldung Insolvenz - und wo kann man sich hinwenden und informieren?:

Seit Jahren schon kämpft die Schuldnerakuthilfe gegen die Geschäftemacher, die Ihre Geschäfte mit der Armut machen und möchte Sie deswegen auch hiervor warnen und informieren.
Häufig nehmen diese unseriöse Firmen hohe Vorrauszahlungen und haben etliche versteckte Gebühren in Ihren Verträgen.
Diese Anbieter werben auch mit grossen Anzeigen wie -sofort Umschuldung-, oder -Kredit ohne Sicherheit- usw. Hier ist Vorsicht geboten!!
Lassen Sie sich keine Finanzierungen aufschwatzen oder teure Umschuldungen, die das Problem nicht löst, sondern Sie nur tiefer in die Misere bringt.
Wir von der Schuldnerakuthilfe lehnen solche Dinge ab und werden auch in Zukunft strikt dagegen vorgehen.

14.)Was passiert mit meinem Weihnachtsgeld?

Seit dem Jahre 2002 bleiben bis zu 500.- Euro pfändungsfrei. Der Pfändungsschutz bei Arbeitseinkommen ist in der ZPO § 850ff geregelt.
Dort sagt Nummer 4 aus: Zitat: Weihnachtsvergütungen bis zum Betrage der Hälfte des monatlichen Arbeitseinkommens, höchstens aber bis zum Betrage von 500 Euro sind pfändungsfrei.
§ 850e ZPO beschreibt die Berechnung. Bei weiteren Fragen können Sie sich vertrauenvoll an die Schuldnerakuthilfe wenden.
Hierzu können Sie auch die neusten Gerichtsurteile lesen.

15.)Was ist ein außergerichtlicher Einigungsversuch?

Das ist die erste Stufe im Verbraucherinsolvenzverfahren. Hier muß sich der Schuldner zunächst versuchen aufgrund eines Bereinigungsplanes mit den Gläubigern zu einigen.
Dies kann verhandelt werden und frei gestaltet werden. Die Verhandlung sollte allerdings von einem Experten gemacht werden.
Es genügt wenn bereits ein Gläubiger ablehnt um den Plan scheitern zu lassen. Bleibt der Einigungsversuch erfolglos kann Insolvenzantrag und Antrag auf Restschuldbefreiung vor Gericht gestellt werden.

16.)Rabatt ab dem 5. und 6. Jahr?

Ab dem 5. Jahr der Wohlverhaltensperiode erhält der Schuldner 10 Prozent der vom Treuhänder durch Abtretung erlangten Gelder zusätzlich zu dem pfändungsfreien Betrag.
Nach Ablauf des 5. Jahres (also ab dem 6. Jahr der Wohlverhaltensperiode) erhöht sich dieser Bonus auf 15 Prozent.