Hilfe bei Schulden und Privatinsolvenz

Bei Schulden, Immobilienprobleme und Insolvenzfragen sollte sich der Schuldner stets an eine kompetente Stelle wie die Schuldnerakuthilfe oder Immobilienakuthilfe wenden, da nur geeignete Fachleute diese Probleme lösen können. Andere Schuldnerberatungen als diese sind nicht zu empfehlen. Denn zu schwierig und umpfangreich ist diese Materie und ein einmal gemachter Fehler kann eine Menge Geld kosten, oder schlimmstenfalls dies Existenz.

Im Schlusstermin beim Insolvenzverfahren zum Beispiel entscheidet sich das weitere Schicksal des Schuldners und seiner Schulden. Aus praktischen Gründen ist es sinnvoll, dem Schlusstermin einen kurzen nachträglichen Prüfungstermin für etwaige zwischenzeitlich nachgemeldete Forderungen vorzuschalten.
Zu solchen nachgemeldeten Forderungen kommt es in der Praxis sehr häufig. Ein besonderes Augenmerk sollten der Treuhänder bzw. der Schuldner oder seine rechtliche Vertretung auf den § 190 InsO legen. Häufig liegt ja in Verbraucherinsolvenzverfahren für die ersten 24 oder 36 Monate nach Eröffnung des Verfahrens eine wirksame Lohnabtretung vor, so dass sich keine Masse bilden kann, und sich auch in den ersten Jahren der Wohlverhaltensperiode nicht bildet.
§ 190 InsO sieht deshalb vor, dass der absonderungsberechtigte Gläubiger ( Inhaber der Lohnabtretung ) innerhalb von 16 Tagen nach Erscheinen der Anzeigen dem Treuhänder anzeigen muss, mit welchem Betrag er bei der abgesonderten Befriedigung aus der Lohnabtretung ausfällt.
Konkret muss also der Gläubiger schätzen, wieviel Geld ihm noch bis zum Ende der Wirksamkeit seiner Lohnabtretung vom Schuldner zufließt. Dieses Geld darf er ja unabhängig von seiner quotalen Befriedigung behalten. Unterlässt der Gläubiger diese Meldung innerhalb der genannten Frist, so wird er im Schlussverzeichnis nicht mehr berücksichtigt. Konkret heißt dies, dass dieser Gläubiger nur noch die Beträge bis zum Ende der Wirksamkeit der Abtretung erhält und danach keine Quote mehr. Dieses Ergebnis ist gerechtfertigt, da diese Regelung einen notwendigen Ausgleich zum Abtretungsprivileg des § 114 InsO darstellt.

Forderungen, die ein Insolvenzgläubiger bis zum Schlusstermin nicht ordnungsgemäß beim Treuhänder angemeldet hat, erlöschen schon zu diesem Zeitpunkt, wenn der Schuldner die anschließende Wohlverhaltensperiode mit Erteilung der Restschuldbefreiung abschließt.
Insolvenzgläubiger, die ihre Forderung nicht angemeldet haben, bleiben Gläubiger mit allen Vollstreckungsbeschränkungen, aber einer Quote von 0 Prozent. In der Praxis melden insbesondere bei etwas älteren Forderungen etwa 50 Prozent der Gläubiger ihre Forderung nicht an, weil sie den damit verbundenen Aufwand scheuen.
Die Vorgehensweise sollte unbedingt mit der Schuldnerakuthilfe abgesprochen werden.