Die Teilungsversteigerung

Die Teilungsversteigerung, welche ein Sonderfall in der Zwangsversteigerung ist, beantragt ein Miteigentümer und nicht ein im Grundbuch stehender Gläubiger. Sie wird oft zur Auflöstung von Ehegemeinchaften und Erbengemeinschaften verwendet. Hierbei wird das ganze Grundstück versteigert und nicht nur der Eigentumsanteil des Antragstellers.

Der Erlös wird dann an die Eigentümer ausgekehrt, aber nur wenn sie sich einig sind. Wenn die Eigentümer sich über den Erlös der Teilungsversteigerung nicht einig sind wird das Geld vom Gericht hinterlegt. Anschliessend müssen sich die Alteigentümer vor Gericht um den Erlös streiten.

Ein Alteigentümer kann auch selbst für das gesamte Grundstück bieten. Normalerweise muss er dann aber die gesamte Erlössumme bezahlen; auch seinen eigenen Anteil, bevor er diesen wieder bekommt.

Sämtliche im Grundbuch bestehende Rechte bleiben erhalten, denn der Antragsteller dieser Versteigerung betreibt vom letzten Rang.

Rechtsbehelf

Als Rechtsbehelf kann die Einstellung des Teilungsverfahrens beantragt werden. Das Verfahren kann für sechs Monate eingestellt werden, eine einmalige Wiederholung ist zulässig.
Wird durch die TV. das Wohl der gemeinsamen Kinder gefährdet, kann das Verfahren bis zu fünf Jahre ausgesetzt werden.

Das Verfahren der TV.

Zuerst wird das Grundstück von einem Sachverständigen begutachtet und das Gericht setzt den Verkehrswert fest. Dannach können die Miteigentümer, wenn sie möchen, nach § 62 ZVG einen Einigungsversuch starten, denn der freie Verkauf bringt oft mehr als die Versteigerung. Das Gericht gibt einen Vermittlungstermin und versucht eine Einigung der Beteiligten.
Im Falle des Scheiterns wird das Verfahren fortgesetzt.

Kündigung von Mietverhältnissen

Ein Sonderkündigungsrecht von befristet abgeschlossenen Mietverhältnissen besteht anders als beim Erwerb in der Zwangsversteigerung bei der Teilungsversteigerung nicht.

Antrag auf Teilungsersteigerung

Jeder Miteigentümer kann formlos bei Gericht einen Antrag auf Teilungsversteigerung stellen. Im Antrag muss das Grundstück bezeichnet sein,die Eigentümer,den Anspruch sowie der Nachweis (Grundbuchauszug) ein Miteigentümer zu sein. Erbschein kann auch ausreichen.
Sollte das Grundstück einer Gesellschaft gehören muss diese zuerst gekündigt werden.
Wenn Ehegatten noch nicht geschieden sind sollte man die TV. zuerst nach der Scheidung betreiben, da der Miteigentümer sonst eine Drittwiderspruchsklage gemäss § 771 ZPO machen kann. Diese ist mit grossen Kosten verbunden. Der § 1365 BGB ist zu beachten. Hiernach kann ein Ehegatte über sein Vermögen im Ganzen nur mit Zustimmung des anderen Ehepartners verfügen.

Vor der Antragsstellung ist zu überprüfen wie hoch die Belastungen im Grundbuch sind. Wenn die Teilungsversteigerung mangels Geboten eingestellt wird bleibt man auf seinen Kosten sitzen. Bei der TV. besteht kein Anwaltszwang; sie sprechen am besten hier mit der Immobilienakuthilfe.

Was ist eine Erbengemeinschaft?

Hinterlässt der Erblasser mehrere Erben, dann kommt es im Falle seines Todes zu einer Erbengemeinschaft (Gesamthandsgemeinschaft, § 1922 BGB), es sei denn, es wurden andere Vereinbarungen geschlossen.
Bei der Erbengemeinschaft hat jeder Miterbe ein entsprechend seiner Erbquote zu bemessender Anteil an dem Gesamtnachlass. Nur alle Erben gemeinschaftlich können über den Nachlass verfügen.